Urlaubskamera oder Smartphone?

Urlaubskamera oder Smartphone?

12. Juni 2018 0 Von Felix Baumgarten

Smartphonekameras werden immer besser und haben den Vorteil, immer am Mann zu sein, doch können sie schon heute Digitalkameras ablösen?

Das Huawei P20 Pro besitzt als erstes Smartphone 3 Linsen… doch wozu? Zwei Linsen haben doch bislang auch gereicht, oder? Ja, das ist richtig, aber von einer Standardlinse und einer Weitwinkel-, Respektive Zoomlinse wird das Bild nicht unbedingt besser und kann auch nicht auf das Niveau einer Mittelklassekamera aufsteigen. Denn die Sensoren sind und bleiben klein, die Smartphonehersteller können nur an der Software arbeiten und versuchen, so all das zu erreichen, was klassiche Kameras durch ein haptisches Zoomobjektiv und flexible Blende realisieren.

Hier kommt Linse 3 ins Spiel, denn sie kann nicht separat angesteuert werden, sondern liefert “nur” weitere Details, die intern ins Bild gerechnet werden und so für mehr Schärfe sorgen sollen… und das tun sie auch ;-).

In schwierigen Lichtsituationen kann eine normale Digitalkamera wie die Panasonic TZ81 auch nicht mehr mithalten. Die Bilder sind zwar gut, aber Details gehen dann auch schnell verloren und können aufgrund fehlender Software nicht ergänzt werden. Ein Punkt, der bei RAW Aufnahmen einer DSLR natürlich wegfällt und somit wieder die Vielseitigkeit einer Profi- oder Fortgeschrittenenkamera hervorhebt. Doch entscheiden ist wieder das Präfix. Denn im Urlaub will man kein Profi, kein Fortgeschrittener, sondern Tourist sein, man will entspannen, sich bilden und die Zeit genießen. Um diese Momente unbeschwert festhalten zu können, gehen einem unzählige Szenenmodi des P20 Pro zur Hand und machen die Nacht zum Tage, oder den Hummer auf dem Tisch noch lebhafter, als im Wasser. Und das ohne einen Fingertip, sondern dank KI vollautomatisch.
Doch man darf das P20 Pro aus Fernost nicht als Exempel für alle Smartphones nehmen. Gängige Mittelklasse Handys, wie ein LG G6 kommen ohne dritte Linse daher und schneiden in schlechtem Licht tendenziell auch schlechter ab, als die Digitalkamera, stehen ihr aber in gutem Licht für das Standardauge in Nichts nach.

Bleibt nun also festzuhalten, dass eine Urlaubskamera auch in Kombination mit einer Telefonfunktion daherkommen kann, aber dann schnell 800€ kostet. Nichtsdestotrotz kann das Smartphone in 2018 durchaus schon als vollwertige Kamera angesehen werden, in einer Zeit, wo eh die Wenigsten ihre Bilder noch ausdrucken und einkleben, sondern sie in digitalen Alben auf Instagram und Co. veröffentlichen, mit Sicherheit auch die klügere Alternative. Und man kann ja noch so viele andere tolle Dinge mit Android machen ;-).